Intelligente Wegekonzepte

Y. Reckleben
Y. Reckleben

Beschreibung des Vorhabens

Mais stellt in Schleswig-Holstein die dominierende und leistungsstärkste Kulturart als Substrat für Biogasanlagen dar. Auf ca. 18,2% der landwirtschaftlich genutzten Fläche bzw. 27,1% der Ackerfläche Schleswig-Holsteins wurde im Jahr 2012 (Statistik Nord, 2013) Mais angebaut. Für die Bioenergie-Region Nordfriesland Nord dürften die Zahlen noch wesentlich höher liegen. Dies führt insbesondere zur Erntezeit zu gravierenden Schwierigkeiten: Erntefahrzeuge zerstören mutmaßlich Fahrbahnen und Bankette, Straßen werden verdreckt, Begrenzungspfähle umgefahren und regelmäßig werden kleinere Wirtschaftswege regelrecht durch Erntefahrzeuge „verstopft“.

Als Folge sehen sich Landwirte und Biogasanlagenbetreiber mehr und mehr Akzeptanzproblemen ausgesetzt, die durch die bekannten Vorwürfe der „Vermaisung“ der Landschaft noch gesteigert werden. Dies widerspricht unseren Vorstellungen von einer raschen Umsetzung der Energiewende, da diese nach unserer Meinung nur gelingen kann, wenn man die Anwohner/Bevölkerung „mitnimmt“ und von der Sinnhaftigkeit des Biomasseanbaus überzeugt.
 
Daher soll das Projekt „Intelligente Wegekonzepte“ die Beschädigungen der bei der Ernte genutzten Straßen und Bankette erfassen und daraus Handlungsanweisungen ableiten. Folglich sollen zur Erntezeit Verkehrslenkungskonzepte für die Erntefahrzeuge erstellt werden. Dies soll zum einen den Ärger der Anwohner mildern, zum anderen sollen hierdurch die Fahrtstrecken zwischen Feldern und Biogasanlagen reduziert werden, um CO2-Emissionen einzusparen.

Durch den Belastungsindex können Gemeinden und Kommunen zukünftig die Instandhaltung ihrer Wirtschaftswege anhand standardisierter Parameter planen. Auch ist durch die Dokumentation der Fahrtstrecken und Fahrbahnen (durch installierte Kamerasysteme an den Erntefahrzeugen) die Beweispflicht für Gemeinden (aber auch Lohnunternehmer) erleichtert, falls Schädigungen an Wegen/Straßen zukünftig nachgewiesen werden können.

Projektziele

  • Bestandsaufnahme / Bonitur des Ist Zustandes (Oberflächenanalyse, Bankette, mögl. Ausweichzonen und Entlastungsstrecken)
  • Festlegung von Referenzpunkten nach Rücksprache mit den Bürgermeistern der eingebundenen Gemeinden, die ihre „Problemzonen“ am besten kennen
  • Sensorintegration beim Landwirt/Lohnunternehmen (Kamerasysteme zur kontinuierlichen Bilddokumentation und GPS Logger an Fahrzeugen montieren)
  • Planung von Entlastungszyklen
  • Erntemonitoring (Fahrzeugzählung an ausgewählten Punkten, Fahrzeugwiegung an BGA und Feld)
  • Kontinuierliche Datenerhebung im Standardverlauf, Erprobung von Entlastungsstrecken
  • Bestandsaufnahme nach Winter & Bonitur des Wegenetzes und der Referenzpunkte (nach Ernte)
  • Datenauswertung (Messdaten der Fahrzeuge …), Ermittlung Fahrtstreckenreduzierungspotential
  • Auswertung der Bilddaten und Boniturdaten und Aufbereitung der Ergebnisse (inkl. Bericht)
  • Besprechung mit den Beteiligten (Lohnunternehmer, Landwirte, BGA, Gemeinden usw.) & Vorstellung der Ergebnisse

Projektlaufzeit

01. Januar – 31. Dezember 2014
 
Standort

Ausgewählte und stark durch Erntefahrzeuge frequentierte Wirtschaftswege in den Gemeinden Bordelum, Sönnebüll und Vollstedt.
 
Projektpartner

  • AktivRegion Nordfriesland Nord
  • Bioenergie-Region Nordfriesland Nord
  • Gemeinden Bordelum, Sönnebüll & Vollstedt

Projektverantwortlich

Prof. Dr. Yves Reckleben
Fachhochschule Kiel - Fachbereich Agrarwirtschaft
Fachgebiet Landtechnik

Abschlussbericht:

Sehen Sie hier den Abschlussbericht

 

Zwischenveranstaltung am 03.11.2014

Für involvierte Landwirte, Biogasanlagenbetreiber und Lohnunternehmer gab es am 03.11.2014 eine Zwischenveranstaltung in Bredstedt.

Die Präsentation dazu finden sie hier.

Informationsveranstaltung am 04.03.2014

Für involvierte Landwirte, Biogasanlagenbetreiber und Lohnunternehmer gab es am 04.03.2014 eine Informationsveranstaltung.

Die Machbarkeitsstudie dazu finden Sie hier.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing., M. Eng. Simon Rietz

AktivRegion Nordfriesland Nord

Marktstraße 12, 25899 Niebüll

Telefon 0 46 61 / 601 - 340

Telefax 0 46 61 / 601 - 151

E-Mail: s.rietz@aktivregion-nf-nord.de 

www.aktivregion-nf-nord.de

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Juli 2015

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