Luzerne

Foto: A.Herrmann, CAU Kiel

Optimierung der Etablierung von Luzernerein- bzw. mischbeständen als Substrat zur Biogaserzeugung

Beschreibung des Vorhabens

Auf den leichten Geeststandorten Nordfrieslands basiert die Substraterzeugung der Biogasproduktion hauptsächlich auf Mais, der aufgrund limitierter Flächenverfügbarkeit oft in Monokultur angebaut wird, mit daraus resultierenden negativen Umwelteffekten. Ursächlich zu nennen für die Dominanz von Mais ist das hohe Ertragspotential unter wasserlimitierten Bedingungen, bedingt durch eine hohe Wassernutzungseffizienz. Es gilt daher, die Anbaueignung von Alternativkulturen voranzutreiben. Eine Alternative könnte Luzerne darstellen, deren tiefes Wurzelsystem eine höhere Trockentoleranz im Vergleich zu anderen Leguminosen und Futtergräsern ermöglicht.

Ein hoher Kohlenstoffeintrag über das ausgeprägte Wurzelsystem dieser mehrjährigen Kulturart würde sich darüber hinaus positiv auf den Humushaushalt des Bodens auswirken. Weiterhin benötigt Luzerne als Leguminose keine N-Versorgung über organische oder mineralische Dünger, und hinterlässt signifikante N-Mengen im Boden, die den N-Düngebedarf der Folgekultur reduzieren. Dies wirkt sich positiv auf die Treibhausgasbilanz der Biogasproduktion aus.

Geeststandorte sind jedoch durch einen geringen Boden-pH-Wert charakterisiert, der typischerweise unter pH 5.3 liegt. Luzerne weist eine hohe Sensitivität gegenüber geringen pH-Werten auf. Eine Etablierung kann problemlos erfolgen bei pH-Werten von 5.5 bis 8.0. Bei pH-Werten unter 5.5 ist die Intensität der Besiedelung mit Rhizobien (‚Knöllchenbildung‘) aber eingeschränkt und ein Mangel an mobilem Molydän kann die Rhizobienaktivität reduzieren. Eine Lösung könnte darin bestehen, durch eine Aufkalkung den pH-Wert in einen entsprechenden pH-Bereich zu bringen.

Vor diesem Hintergrund soll im Frühjahr 2014 der Effekt einer Kalkung auf den Erfolg der Luzerne- etablierung in einem Feldexperiment untersucht werden. Als weiterer Versuchsfaktor wird die Beimp- fung mit Rhizobien sowie die Bestandeszusammensetzung (Reinsaat vs. Luzerne-Gras-Gemenge) berücksichtigt.

Projektziele/-ergebnis

Ein Ziel des Projektes besteht darin, Landwirten eine pflanzenbauliche Managementmaßnahme auf- zuzeigen, mit Hilfe derer es möglich ist, eine alternative Kulturpflanze zu Mais für die Biogasprodukti- on zu etablieren. Die Einführung von Mais-Luzerne-Fruchtfolgen könnte die Ökoeffizienz der Sub- stratproduktion signifikant steigern.

Da Luzerne auch ein hochwertiges Grundfuttermittel in der Milchviehfütterung darstellt, das in größe- ren Mengen beispielsweise aus Frankreich (Bretagne) importiert wird, ist es ausblickend auch vor- stellbar, überschüssige, nicht für die Biogasproduktion erforderliche Luzernemengen mittels der Ab- wärme von Biogasanlagen effizient zu trocknen und gewinnbringend als Futtermittel zu vermarkten.

Projektdauer:

1.März 31.August 2014

Projektbeteiligte

  • -  CAU Kiel, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Grünland und Futterbau/Ökol.

    -  Landbau (Prof. Dr. Antje Herrmann, Prof Dr. Friedhelm Taube)

  • -  Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Dr. Conrad Wiermann)

  • -  Norddeutsche Pflanzenzucht, Hans Georg Lembke KG, Hohenlieth (Dr. Bernhard Ingwersen)


    Projektbeschreibung.pdf

Foto: S.Rietz, Bioenergie Region NF Nord
Foto: S.Rietz, Bioenergie Region NF Nord
Foto: S.Rietz, Bioenergie Region NF Nord

Ansprechpartner

Dipl.-Ing., M. Eng. Simon Rietz

AktivRegion Nordfriesland Nord

Marktstraße 12, 25899 Niebüll

Telefon 0 46 61 / 601 - 340

Telefax 0 46 61 / 601 - 151

E-Mail: s.rietz@aktivregion-nf-nord.de 

www.aktivregion-nf-nord.de

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