Treibselpellet

Die Bioenergie-Region Nordfriesland Nord verfügt über etwa 50 km Küstenlinie. An dieser fällt in regelmäßigen Abständen Treibsel an, der auf ca. 20.000 m³/a (≙ 4.000 – 6.000 tatro/a) in Jahren ohne Sturmflutereignisse geschätzt wird. Sowohl der Zeitpunkt des Anfalls, die Orte des Anfalls und die Zusammensetzung des Treibsels sind inhomogen.

Aus Gründen des Küstenschutzes muss der Treibsel von den Deichen entfernt werden. Dabei wird der angeschwemmte Treibsel in einem ersten Arbeitsschritt durch Handsortierung von augenfälligen anorganischen Störstoffen befreit. Wird er nicht direkt vom Deich zu den Zwischenlagerplätzen abtransportiert wird er zunächst noch am Deich gewendet und nochmals nach Störstoffen durchsucht.

Es verbleibt im Schnitt ein Anteil von 2 – 6% anorganischer Bestandteile im Treibsel erhalten. Die Lagerung erfolgt auf insgesamt 10 Treibselzwischenlagerplätzen, die sich im Gebiet der Bioenergie-Region NF Nord befinden. Hier wird der Treibsel zu langen Mieten aufgeschichtet und mit mobilen Hackern zerkleinert. Durch diese Volumenreduktion wird seine Humifizierung erleichtert. Der humifizierte Treibsel wird zur Reparaturarbeiten am Deich und zur Erhöhung der Wälle, die die Zwischenlagerplätze einfassen, benutzt.

Er wird auch als „Kompost“ auf Flächen des LKN eingesetzt. Auf den Zwischenlagerplätzen herrscht nach Aussage des Landesbetriebes Küstenschutz nur noch sehr wenig Platz vor. Der Lagerraumbedarf des Treibsels stellt also ein großes Problem dar, da mehr Teibsel anfällt, als von den Lagerplätzen entnommen wird. Dies muss umso mehr gelten, da Sturmflutereignisse mit einem Treibselanfall von ca. 180.000 m³ (für Gesamt S-H) bei einem einzigen Sturmflutereignis (≙ 45.000  tatro) nicht ausgeschlossen werden können. 

Treibsel stellt wegen der großen Verunreinigungen und der hohen Salz- und Chlorgehalte eine sehr kritische Biomasse dar… In der Pelletierung des Treibsel und seiner Mitverbrennung in entsprechenden Anlagen sehen wir eine potentielle Lösungsmöglichkeit der Entsorgungsproblematik, die zugleich einen regenerativen Brennstoff schafft. Im Rahmen der Markteinschätzung wird geprüft, welche regionalen Abnehmer für den Mischbrennstoff „Treibselpellet“  in Schleswig-Holstein und dem südlichen Dänemark vorhanden sind, welche Anforderungen diese an den Brennstoff stellen (Versorgungssicherheit, Lagerstabilität, etc.) und welchen Preis diese bereit wären zu zahlen.

Sollte sich anhand der Markteinschätzung ergeben, dass ein regionaler Markt für ein Produkt „Treibselpellet“ besteht, soll in einem zweiten Schritt mittels einer Machbarkeitsstudie die Errichtung der Technologie an einem entsprechenden Standort in Nordfriesland Nord geprüft werden. Am Ende dieser Machbarkeitsstudie sollte dann deutlich werden, ob sich ein solches Projekt in Schleswig-Holstein wirtschaftlich umsetzen ließe und welcher Finanzbedarf hierfür erforderlich wäre.

Die Studie zum Projekt finden Sie hier.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing., M. Eng. Simon Rietz

AktivRegion Nordfriesland Nord

Marktstraße 12, 25899 Niebüll

Telefon 0 46 61 / 601 - 340

Telefax 0 46 61 / 601 - 151

E-Mail: s.rietz@aktivregion-nf-nord.de 

www.aktivregion-nf-nord.de

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Juli 2015

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